3D Fotografie – Fotos Räumlich erleben

Montag, 18. Oktober 2010

Eine Welt ohne Fotografie ist heute nicht mehr vorstellbar. Waren wir noch bis zum Jahre 1826 auf zeichnerisches Können angewiesen um Geschehnisse bildlich festzuhalten, so zücken wir heute wie selbstverständlich unsere Digitalkamera und halten die Welt um uns herum als Bild fest.

Leider haben Fotografien einen Nachteil, ganz egal ob sie auf Film aufgenommen, oder Digital erstellt worden sind; Sie haben keine Tiefe. Da Tiefe (also Entfernung) naheliegenderweise auf Bildern nicht vorhanden sein kann, muss es Möglichkeiten geben, räumliches Sehen zumindest vorzutäuschen.

Das dies funktioniert, hat mit unserem Auge zu tun.Richtet der Mensch seine Augen auf einen Gegenstand, wird er vom linken und dem rechten Auge aus einer anderen Perspektive betrachtet. Es entsteht der sogenannte Gesichtswinkel. Die Größe dieses Winkels ist für das menschliche Gehirn ein wichtiger Indikator des räumlichen Sehens. Schauen wir uns ein Objekt aus geringer Entfernung flächig an, setzt unser Gehirn das Bild aus zwei Einzelbildern zusammen. Sie können diesen Effekt überprüfen in dem Sie zuerst das eine und anschließend das andere Auge schließen.Es gibt verschiedene Möglichkeiten 3D-Sehen zu simulieren. Zum einen werden zwei leichtversetzte Bilder mit Komplementärfarben versehen und dann übereinandergelegt. Hier ist eine 3D-Brille nötig. Ein anderes Verfahren ist das Fotografieren mit zwei leichtversetzten Linsen (z.B. Panasonic 3D Objektiv für Lumix-G-Systemkameras oder FujiFinepix Real 3D).

Das erste Verfahren nennt sich Anaglyphenverfahren und ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt. Für Räumliche Fotos ist dieses Verfahren allerdings nicht sehr Zweckmäßig, muss doch immer eine sogenannte 3D-Brille getragen werden. Desweiteren treten bei bestimmten Farbkombinationen immer wieder seltsame Farbverfälschungen auf die beim Betrachten störend wirken.

Das zweite Verfahren kennzeichnet den derzeitigen Stand der Technik. Zwei parallele Linsensysteme werden bei Auslösen der Digitalkamera gleichzeitig aktiviert und anschließend zu einem Bild Zusammengefügt. Fujifilm bietet diese Lösung seit 2009 in Form der Finepix Real 3D W1 an, in der zwei Linsen sowie zwei CCD-Sensoren ihre Ergebnisse an den Prozessor liefern der dann beide Bilder übereinanderlegt und das 3D Ergebnis berechnet.

Einen anderen Weg wählt Panasonic; Nach dem der Hersteller bereits für Camcorder ein 3D Objektiv entwickelt hat, bietet der Hersteller ein 3D Objektiv mit 2 parallelen Linsen für seine Lumix-G- Digitalkamera an. Der Vorteil: Wer im Besitz einer Digitalkamera aus der Lumix G Serie ist, muss sich nur das 3D Objektiv kaufen um 3D Bilder herstellen zu können, allerdings wird zum Betrachten ein 3D – fähiger Flachbildfernseher nötig sein.

Mit dem Nachziehen weiterer Hersteller ist zu rechnen, die Nachfrage steigt, denn der 3D Boom hat grade erst begonnen.