Schwarz/Weiß Fotografie: Tipps und Tricks
Schwarz/Weiß Fotografie ist für die meisten Menschen ein Relikt aus der Steinzeit der Fototechnik, als es weder Digitalfotos noch Farbbilder gab. Dabei wird oft übersehen, dass die Bilder damals oft besser ausgeleuchtet und schärfer waren als die heutigen Handy-Schnappschüsse. Die Filme, Entwicklung und Vergrößerung waren arbeitsintensiv oder kosteten viel Geld, da musste jedes Bild gelingen. Bildaufbau und Arrangement der Motive waren noch Bestandteil des „Photographierens“ – des Schreibens mit Licht. Und die Kunst, mit Licht und Schatten zu arbeiten, kommt am ehesten im Schwarz/Weiß-Bild zur Geltung.
Dabei reicht es nicht aus, am Bildschirm Digitalbildern nachträglich die Farbe zu entziehen – Schwarz/Weiß Fotografie fängt bei der Auswahl des richtigen Filmes an: Lichtstarke Filme (ab ASA 200) sind meist grobkörnig und können auch als stilistisches Mittel eingesetzt werden, um künstlerische Effekte zu erzielen. Für die Schwarz/Weiß Fotografie gibt es auch Spezialfilme, die infrarotempfindlich sind. Auch diese eignen sich für experimentelle künstlerische Arbeiten.
Beim Einsatz hochwertiger Kameras lassen sich Farbfilter vor die Objektive schrauben, um mehr Kontraste in die graue Welt der Schwarz/Weiß Fotografie zu bringen. Mit einem Gelbfilter werden weiße Wolken vor blauem Himmel betont, ein Rotfilter verstärkt diesen Effekt noch und sorgt bei harmlosen Wolken für eine Gewitterstimmung auf dem fertigen Bild.
Selbst hochwertige Kameras und Laborausrüstungen können günstig gebraucht gekauft werden, schwieriger ist die Versorgung mit Filmen, Fotochemikalien und Fotopapier für die Schwarz/Weiß Fotografie. Die Möglichkeiten der heutigen Digitalfotografie sind viel größer, aber ein handwerklich erstelltes Schwarz/Weiß-Bild strahlt etwas Besonderes aus – und hält womöglich länger.